Rezension

Eberhofer und das Kaiserschmarrn-Drama

Naja, der Franz, also quasi der Eberhofer Franz, hat seinen Absturz am Ende des achten Bandes der Eberhofer Saga mehr oder weniger glimpflich überstanden. Ganz anders der Birkenberger Rudi. Während der erstens im Krankenhaus liegt und zweitens in der Reha schmollt, ist der Eberhofer Franz schon wieder ganz schön beschäftigt. Denn Niederkaltenkirchen hat sich zu sowas wie dem Sündenpfuhl Oberbayerns entwickelt.

Da ist das arme Waisenmädel, das die Eltern bei einem Unfall und den Bruder an dessen Ehefrau verloren hat.  Will heißen, die beiden Waisenkinder hatten nur noch einander bis der Bruder eben heiratete und eine Familie gründete und die Schwester eifersüchtig wurde auf die Schwägerin. Also zieht die Schwester aus und ausgerechnet in die Dachwohnung beim Simmerl. Und dann . . . ja . . . und dann wird das arme Dinge, das sich seinen Lebensunterhalt mit Internet-Strip verdiente, brutal gemeuchelt. Und an wem bleibt’s mal wieder hängen? Richtig. Am Eberhofer Franz.

Aber eigentlich ist ja alles wie immer. Der Eberhofer Franz hat mal wieder Probleme mit seinem Bruder, dem Leopold und dem inzwischen im Bau befindlichen Doppelhaus, in das er ja eigentlich gar nicht einziehen will. Dann wird auch noch der Ludwig sterbenskrank, dem Franz sein Saustall soll abgerissen werden, weil dahin ja die Parkplätze vom Doppelhaus sollen, und der Bürgermeister hat zwar den Zicker-Zenit erreicht, aber noch längst nicht überschritten.

Irgendwie kennen wir das alles schon. Der neunte Eberhofer-Fall ist ein Aufguss der acht vorherigen. Mord ist dabei nur eine willkommene Abwechslung in der sich ständig wiederholenden Familiensaga der Eberhofers. Die Oma kocht hervorragend und ist dabei sparsam, der Vater kifft und fährt dabei seinen antiken Diplomat so langsam, dass der Franz meint, er bleibt stehen, der kleine Paul – also quasi der Eberhofer junior – ist ein fröhliches Kind, das auf dem Land aufwächst, und die Susi . . . ja die Susi, ja die hatte sich von ihrem Eberhofer Franz auch was anderes, also eigentlich was Besseres, erhofft.

Und täte Christian Tramitz die Charaktere im Hörbuch nicht so phantastisch akustisch darstellen, es gäbe keinen Grund, sich die Wiederholung der Wiederholung anzutun.

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