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Die Schreibblockade II

Die Schreibblockade ist eine Chimäre. Etwas, mit dem man alles (v)erklären kann, das man selbst an Fehlern und Versäumnissen beging. Also nach der Devise: Nicht ich bin Schuld, sondern das andere, das Unerklärliche.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Eine Schreibblockade mag tatsächlich ihre real existierenden Ursachen haben. Zum Beispiel das “weiße Blatt Papier”. Die Angst, es füllen zu müssen, diese Aufgabe aber nicht erfüllen zu können. Die den Autor dann in eine Art Schockstarre versetzt.

Aber auch diese Angst vor dem “Weißen Blatt Papier” muss ihre Ursachen haben.

Mal Klartext: Wer Autor sein oder werden will, sich aber vor der Aufgabe, ein weißes Blatt Papier mit Text füllen zu müssen, fürchtet, hätte Beamter werden müssen. Ein solcher Mensch hat unter Autoren oder Journalisten nichts, rein gar nichts zu suchen. Denn ein weißes Platt Papier vollzutinten hat was mit Kreativität zu tun. Wem diese Kreativität fehlt, von dem will ich noch nicht mal die Antwort auf meinem Steuerbescheid lesen, geschweige denn ihn unter meinen “Autoren”-Kollegen wissen. Klingt hart? Ist es auch. Das Autorenleben ist kein Ponyhof.

Es vermag aber durchaus sein, dass solch ein Kollege in früherer Zeit eine extensive Schaffensphase hatte und inzwischen leergebrannt ist. Die Ideen beziehungsweise deren Umsetzung in Literatur funktionieren nicht mehr. Ich persönlich halte Hemingway für solch einen Menschen, der daran verzweifelte, dass er sich nach der Verleihung des Literaturnobelpreises für  “Der alte Mann und Meer” unter den Zwang setzte, sich selbst nun übertreffen zu müssen und sich und sein Genie aufgab, weil er wusste, er kann es nicht. Bei aller zur Schau getragenen Rauheit und Pseudo-Männlichkeit war er ein sensibler Mensch und Autor. Wie sonst hätte er literarische Werke von derartiger Intensität und Ausdruckskraft schaffen können.

Ideen sprudeln nicht wie Wasser aus der Quelle. Und selbst eine scheinbar unerschöpfliche Quelle kann versiegen. Daher ist eine Schreibblockade, die ich mit den Begriffen geistige Inhaltsleere oder kreativer Produktivitätsverlust benenne, eigentlich nur das Gefühl, alles schon geschrieben zu haben, wozu man fähig ist. Aber auch nur bei den Autoren, die auf ein schriftstellerisches oder journalistisches Lebenswerk zurückblicken können.

Andererseits – die Themen, über die es zu schreiben lohnt, warten an jeder Ecke darauf, entdeckt und aufgelesen zu werden. Grade im journalistischen Bereich ist die Vielfalt schier unerschöpflich. Und tatsächlich ließen sich viele Themen, die journalistisch interessant sind, auch literarisch verwerten.

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